Plädoyer gegen das Kind

2. Mai 2009

In irgend einer Form trifft bestimmt jeder einmal früher oder später auf das Thema oder die Frage: Will ich Kinder? Es mag eine große Zahl geben, die ohne lange zu überlegen sofort die Antwort parat haben und diese ihr Leben lang nicht ändern. Glücklich sind diese zu nennen, zumindest dann, wenn sie auch nach ihrem Stand handeln.
Was aber mit denen, die nicht wissen, ob oder ob nicht? Wie kommen sie letztlich doch zu einer Entscheidung? Wahrscheinlich wirft der Partner eines romatischen Moments die Frage in den Raum und es muss eine Antwort her.
Gefährlich wird es dann, wenn die Liebe zum Gegenüber und der Blick in die Augen die Entscheidung herbeirufen. Oder das romatische Gefühl des Moments zeichnet ein Bild der Zukunft in glücklicher Dreisamkeit ohne jemals Realität geschnuppert zu haben. Weh dem, der in einem solch kurzen und unsicheren Augenblick sein Leben (ver-)lenkt.
Denn so viel Freude ein Kind auch bedeutet, so viel Liebe man erfahren kann und so viel neues plötzlich wieder in die Welt durch diese Kinderaugen tritt, so gibt es doch wichtige Änderungen im Leben, die durch einen Sprössling erzwungen werden.

Zeit… seit das wichtige Stichwort. Davon bleibt natürlich deutlich weniger als vorher. Klar, das weiß ich, werden viele sagen, ist doch nichts neues. Doch ist euch auch wirlich klar, was dies in allen Konsequenzen bedeutet? Viel weniger wirklich freie Zeit zu haben?
Nicht mehr zur Ruhe kommen. Das klingt lapidar, kann aber für Menschen, die ein großes Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe haben, fatal sein. Schnell empfindet man eine Art Dauerstress und kann nicht erklären, woher dies kommt.
Eigene Hobbys vernachlässiggen. Hobbys sind nicht einfach nur Dinge, die man macht, weil man sonst nichts mit seiner Zeit anzufangen weiß. Hobbys sind eine Art Individualismus. Ein Mensch kann sich ausdrücken oder definieren durch das, was er in seiner Freizeit tut. Sei es etwas künstlerisches, Malerei, Dichtung oder Musik oder etwa Sport – alles trägt dazu bei, dass wir uns ausgeglichen und kraftvoll durch unseren Alltag bewegen können. Auch hier mag es durchaus sein, dass man sich vorstellt, es sei ja nicht schlimm, das Fahrrad oder den Pinsel vorerst nicht mehr anzurühren. Die wirklichen Auswirkungen erlebt man allerdings erst, wenn es vielleicht zu spät ist.
Dieses Minus an Ausgeglichenheit und Ruhe verdoppelt sich dadurch, dass man genau wegen eines Kindes deutlich mehr davon bräuchte. Dabei denke ich hier noch nichtmal an sogenannte ‘Schreikinder’, Geduld braucht man auch bei dem Brävsten von allen!
Dies sind nur zwei, meiner Meinung nach allerdings sehr starke Argumente, die nicht ernst genug genommen werden können, wenn man sich Gedanken über die Erzeugung von Nachwuchs macht. Ob die neuen Unternehmungen und Fordernisse, die durch das junge, neue Familienmitglied entstehen, die freigewordenen Lücken zu füllen vermögen, diese Frage kann leider nur nach dem try and error Prinzip beantwortet werden.

Weitere Erfahrungsberichte eines nicht mehr so glücklich mit seiner Entscheidungn seienden Vaters werden möglicher Weise noch folgen.

Entry Filed under: Hirnflocken. .

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