Die Wahrheit leben
19. April 2008
Es ist doch immer wieder das gleiche und jeder Mann – so glaube ich – kommt in diese Situation: Es findet sich eine Frau, die länger bleibt, als nur eine Nacht, und das ist auch gar nicht unerwünscht. Es werden auch Tage daraus, man lebt nicht nur wegen des Bettlebens miteinander, auch all die anderen Dinge fangen an, Spaß zu machen. Alltag wird zusammen gelebt, man lernt sich gegenseitig intensiv kennen, kann Gedanken lesen, Reaktionen vorhersagen, eine Beziehung und Liebe entsteht. Eine wunderschöne Sache.
Jeder und jede hat da so seine/ihre Werte, die abgeglichen werden. Einer unter tausend wichtigeren ist „Treue“. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die offen zugeben, dass ihnen Treue nicht wichtig ist. Selbst wenn sie so denken, der frische Partner könnte damit sofort wieder vergrault werden und so einigt man sich mit sich selbst auf den allgemeingültigen Standard und sagt ja, Treue ist mir sehr wichtig! Es gibt ja auch keinen Grund, untreu zu werden. Alles ist frisch, alles gribbelt und ist aufregend, es zieht mich nur zu der einen hin, was soll da eine andere? Zumindest die ersten Wochen oder Monate geht das so. Dann ändert sich aber der Status einer jeden Beziehung: es schleicht sich Gewohnheit ein, das was neu war, ist jetzt bekannt und quasi immer verfügbar. Ab und zu schleicht sich sogar Langeweile ein. Als Gegenleistung hat man wenigstens sowas wie Sicherheit, greifbare Träume von einer gemeinsamen Zukunft, gar mit Kindern…trotzdem, es bleibt eine gewisse Unzufriedenheit, die die bekannt und gewohnt gewordene Partnerin nicht wegkriegt.
Dann beginnen die Zweifel, dann kommen die Geschäftsreisen, die Wochenendarbeiten, die Montagezeit oder ähnliches und die Gedanken an die zugesagte Treue piexen. Hier bereits fängt die Beziehung an, zu wanken. Ich kann mich an das Versprechen halten, werde aber nicht umhin können, die bereits angepflanze Unzufriedenheit wachsen und gedeihen zu lassen. Und nach 7 verflixten Jahren Beziehung will dann offiziell keiner mehr wissen, warum plötzlich die Luft sowas von raus ist, das Gefühl des Unglücks so groß ist, dass jetzt alles vorbei sein soll. Keiner wollte das so, es kam einfach und keine(r) kann es sich erklären. Es hatte doch alles gepasst zwischen uns beiden? Ja, das ja, aber die Fesseln außerhalb der eigenen 4 Wände, die werden unerträglich.
Es gibt ein so einfaches Mittel. solche Beziehungen am Leben zu erhalten: die heuchlerische Treue über Bord werfen! Ist sie doch sowieso schon bei dem Gedanken und dem Wunsch an den Seitensprung gebrochen. Nur das körperliche Zurückhalten hat meines Erachtens eh keinen Wert. Wenn beiderseits, also zwischen der fremden Frau und mir alles klar abgegrenzt ist, klar ist, was das alles soll, dann entstehen keine Probleme. Und was man nicht glauben mag: es hat so gar keinen negativen Einfluss auf meine Liebe! Unter dem Bewusstsein, hier endlich nur das eine Bedürfnis des Ungewohnten, Anderen, Neuen befriedigt zu haben, macht es keinen Sinn, sich nach Wiederholung zu sehnen! Es gibt Männer, die das tun, ich weiß, und wenn diese wirklich so weit gehen, sich von ihren Frauen zu trennen um dann mit dieser neuen weiterzuleben, dann merken sie nach kurzem, dass auch hier sich Gewohnheit einschleicht und sie am gleichen Punkt angelangt sind. Wie dumm! Dies wissend verliere ich jeglichen Gedanken an diese einmal-Frau sofort mit dem Schließen der Hotelzimmertüre und weiß, dass sie es auch tut, wenn sie mich nicht angelogen hat. Hat sie es doch, dann ist es – Verzeihung – ihr Problem.
Das Leben kann so einfach und schön sein…
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